Eigentlich dachte ich ja immer, im Internet hat man mehr oder weniger Meinungs- und Gestaltungsfreiheit (zumindest, was die legalen Sachen angeht). Mittlerweile bin ich da eines besseren belehrt worden.
Im Netzwerk Twitter ist in den letzten Tagen eine richtige Diskussion, wenn nicht sogar Hetzerei ausgebrochen.
Das Ganze fing eigentlich damit an, dass eine Twitterin im Netzwerk fast schon damit angab, dass ihr Kind behindert ist – was an sich ja schon echt schlimm ist; wünscht man wirklich keinem. Sie erzählte, welch tolle finanzielle Unterstützung sie bekommt (durch Finanzamt etc.), und wenn dies einer nicht glaubte, wurde der Behindertenausweis hochgeladen und man verwies ganz stolz auf das Merkzeichen “aG” für außergewöhnlich gehbehindert. Sie erzählte, dass sie von der Steuererstattung, die sie vom Finanzamt bekam, erst einmal ein schönes Netbook kaufte.
Natürlich stieß dies nicht auf taube Ohren. Ein Freund, der dieser Userin “folgte”, kommentierte dies und ist eben der Meinung, dass das, was sie macht, absolut nicht in Ordnung ist. Sie ist den ganzen Tag über online und aktiv, was man auf einer Statistik auch sehen kann. Meine Meinung:
1. Es stimmt, für eine Behinderung bekommt man vom Finanzamt einen bestimmten Pauschbetrag für die Pflege oder eben für besondere Ausgaben, die man dadurch hat. Warum wird von diesem Geld nicht in die Pflege des Kindes investiert, sondern in ein Netbook?
2. Ein Kind mit einer 100%igen Behinderung und mehreren Merkzeichen benötigt die absolute Pflege der Mutter. Wie, zum Teufel, kann man dann den ganzen Tag online und aktiv sein? Das Kind benötigt die Liebe der Mutter, und zwar real und nicht virtuell, wenn sie das in Twitter immer wieder beteuert. Ich denke nicht, dass ihr Kind sich das durchliest.
Natürlich wurde man für diese Meinung, die übrigens absolut sachlich und keineswegs beleidigend dargestellt wurde, heftigst kritisiert, als “sozial behindert” und “behindertenhassend” hingestellt. Aber warum? Liegen wir etwa mit unserer Meinung im Unrecht? Ich finde, er hatte absolut recht mit der Aussage, sie solle sich auch um das Kind kümmern und nicht im Minutentakt ständig twittern.
Schlussendlich hetzt sie nun ihre Freundinnen gegen ihn, diese schreiben ständig Kommentare auf seinem Blog, die wirklich absolut beleidigend und verachtend sind. Es wurde kritisiert, dass er teilweise auch über sein eigenes Leben auf seinem Blog schreibt. Aber warum? Ist ein Blog nicht auch dazu da, eben auch mal private Angelegenheiten kundzutun?
Falls nein, entschuldige ich mich jetzt schon, dass ich mich dazu erdreistet habe, über meinen Urlaub zu schreiben und über meine “Kochkünste” oder oder oder.
Und nun, hackt auf mich ein, macht mich nieder und nennt mich sozial behindert, weil ich die Meinung der Twitterin nicht teile.
Amen.
UPDATE:
Hatte ganz vergessen zu erwähnen: Ich hatte besagter Twitterin übrigens vorgestern auch eine ellenlange E-Mail geschrieben (nach vorheriger Absprache), in der ich versuchte zu verstehen, warum sie das macht/gemacht hat. Hierbei sei erwähnt, dass die Mail sachlich und keinesfalls beleidigend geschrieben wurde. Eine Antwort habe ich bis heute nicht erhalten. Dafür wurde ich von ihr in Twitter geblockt. Soviel dazu.

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